- Gemeinsames Lernen

Wie funktioniert "Gemeinsames Lernen"

Gemeinsames Lernen (GL) an der GGS Mannesmann

Seit vielen Jahren werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten in jeder Klasse unserer Schule inklusiv beschult, in der Schuleingangsphase in altersgemischten Lerngruppen, in den Jahrgängen drei und vier in jahrgangsbezogen Klassen.

So haben wir bereits viele Erfahrungen im Bereich des Gemeinsamen Lernens sammeln können und stehen nach wie vor im Bemühen um ein gutes Gelingen.

Die passenden Rahmenbedingungen stellen dafür eine wesentliche Voraussetzung dar. So ist jede Stundenplangestaltung darauf abgestimmt, die vorhandenen Lehrkräfte optimal den Bedarfen aller Schüler/innen zuzuordnen. Das beinhaltet sowohl die „regulären“ Unterrichtsstunden als auch ein umfangreiches Förderband an fünf Tagen in der Woche.

Die Verteilung des Stundenkontingents der sonderpädagogischen Lehrkräfte erfolgt nach den besonderen Bedürfnissen der Lerngruppen und dem sonderpädagogischen Förderbedarf der einzelnen Schüler/innen.

Unerlässlich ist eine konstruktive Zusammenarbeit aller Lehrkräfte,

  • die in der Lerngruppe der Schuleingangsphase bzw. in den dritten und vierten Klassen im Team zusammenarbeiten

  • bei der gemeinsamen Entwicklung schulprogrammatischer Zielsetzungen, insbesondere der jahrgangsübergreifenden Unterrichtsorganisation, der Angebote im Rahmen der den Regelunterricht ergänzenden Förderstunden sowie der Betreuung und Förderung in der OGS am Nachmittag.

Ziel des gemeinsamen Lernens

Ziel des Gemeinsamen Lernens (GL) ist es, jedes einzelne Kind entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten und Begabungen im Regelschulsystem in seiner Entwicklung zu unter-stützen und zu fördern, unabhängig davon, ob dies einer besonderen, auch sonderpädagogischen, Maßnahme bedarf oder nicht.

Bei allen GL-Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf zielt die Förderung unabhängig von dem Schwerpunkt des Unterstützungsbedarfs – sowohl auf die Ausbildung kognitiver, sprachlicher, motorischer und sozialer Fertig- und Fähigkeiten als auch auf die Stärkung der Persönlichkeit (Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein).

Die Unterstützungs-/fördermaßnahmen zielen stets darauf, bei möglichst vielen Kindern einen möglichen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf zu vermeiden bzw. zum Ende der Grundschulzeit aufzuheben.

Die Vorteile des GL liegen für die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarfs im „Lernen am Modell“. Sie sehen, wie andere Kinder lernen und handeln. So werden sie „quasi nebenbei“ in ihrer Entwicklung angeregt. Dies kann sich positiv auf die Bewältigung der jeweiligen individuellen Schwierigkeiten und Ausbildung ihrer Fähigkeiten auswirken. Für die anderen Kinder liegt der Gewinn darin, dass sie lernen, unterschiedliche Begabungen in einer Gesellschaft zu akzeptieren und damit offen und positiv umzugehen.

Die Erfolge zeigen uns, dass wir auf einem guten Weg sind.

Realisierung / konkrete Umsetzung des gemeinsamen Lernens

Damit eine erfolgreiche Unterstützung / Entwicklung jedes einzelnen Kindes gelingen / gewährleistet werden kann, werden - insbesondere bei Vorliegen eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs – folgende Schritte durchlaufen:

Diagnose durch Beobachtungen/Tests:

- den gegenwärtigen Lern- und Entwicklungsstand wahrnehmen u. beschreiben

Prioritätensetzung:

- den vordringlichen Förderbedarf festlegen

Planung:

- ausgewählte Maßnahmen, Lernsituationen u. -arrangements ableiten und stichpunktartig dokumentieren

Umsetzung:

- die geplanten Maßnahmen realisieren und stichpunktartig dokumentieren

Evaluation und Fortschreibung:

- die Umsetzung auswerten, weiterführende Ziele / Maßnahmen setzen und ggf. korrigieren

Alle Beteiligten tragen dabei eine gemeinsame Verantwortung für den Erfolg.

Zieldifferent geförderte Kinder (Förderschwerpunkte: Lernen oder Geistige Entwicklung) erhalten - entsprechend der Inhalte an der Förderschule - individuelle Lern- und Fördermaterialien, die ihnen die Arbeit in kleinen Schritten bei angepasstem Lerntempo mit individueller Unterstützung durch die sonderpädagogische Lehrkraft bzw. Grundschullehrkraft ermöglicht. Durch das Lernen in den altersgemischten Lerngruppen in der Schuleingangsphase ist neben der Arbeit am gemeinsamen Unterrichtsinhalt / -gegenstand auch vielfach die Auseinandersetzung mit den gleichen Materialien möglich. Zum Teil schaffen aber auch auf die individuellen Bedarfe ausgewählte Materialien den Zugang zum Lernen durch ihre Anschaulichkeit und die Berücksichtigung der jeweiligen Entwicklungsphasen.

Zielgleich geförderte Kinder (Förderschwerpunkte: emotionale und soziale Entwicklung; Sprache; körperliche und motorische Entwicklung) werden nach den Richtlinien und Lehrplänen der Grundschule unterrichtet:

Bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung dienen u. A. der Einsatz von Verstärkerplänen, die regelmäßigen Rückmeldungen, sowie Gespräche über Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten und die Erarbeitung von Verhaltensalternativen dazu, ihnen die Möglichkeit zu geben, ein sozial angemessenes Verhalten dauerhaft aufzubauen.

Zusätzlich zum regulären Unterricht werden diese Kinder in einer Gruppe gefördert, in der die Arbeit an sozial-emotionalen Lernzielen im Vordergrund steht.

Für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sprache erfolgt die Unterstützung überwiegend integrativ, je nach Ausprägung des Unterstützungsbedarfs aber auch im Rahmen zusätzlicher, den Regelunterricht ergänzenden Maßnahmen im Bereich der Entwicklung der mündlichen und schriftlichen Sprache.

Kinder mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung werden auf der Grundlage ihrer individuellen körperlichen Möglichkeiten innerhalb und außerhalb des Regelunterrichts gefördert. Je nach Art der Beeinträchtigung werden Aufgaben angepasst und Hilfestellungen gegeben.

Integrationshelfer:

Organisation einzelner Bereiche (innere und äußere Differenzierungsmaßnahmen)

Lerngruppen in der Schuleingangsphase

Während des Regelunterrichts entsprechend der Stundentafel werden alle Schülerinnen und Schüler überwiegend inklusiv gefördert.

Während der zeitweiligen Doppelbesetzung mit Klassen- bzw. Fachlehrkraft und sonderpädagogischer Lehrkraft erhalten die Kinder eine ihren Bedürfnissen angepasste Zuwendung, welche sich sowohl auf den sozial-emotionalen als auch auf den fachlich-kognitiven Bereich beziehen kann.

Realisiert wird die Förderung durch die Bereitstellung von Differenzierungsmaterialien zur selbstständigen Arbeit (s. o.) und/oder individuelle Hilfen der Lehrkraft.

In diesem Rahmen profitieren auch Regelschüler/innen von der Doppelbesetzung.

Basisförderung

Durch die Sozialpädagogin findet eine gezielte Förderung für Lernanfänger mit besonderem Unterstützungs-/Entwicklungsbedarf in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Pränumerik, Sprache, etc, statt. Diese Maßnahme dient der Prävention und zielt darauf ab, einen sonder-pädagogischen Förderbedarf zu vermeiden.

Fachunterricht

Zieldifferent geförderte Kinder erhalten in Teilbereichen ein alternatives Unterrichtsangebot (vor allem in den Kulturtechniken, d.h. Lesen, Schreiben und Mathematik).

Für die zielgleich geförderten Kinder wird während des Fachunterrichts die Unterstützung durch die sonderpädagogische Lehrkraft so weit wie möglich reduziert. Bei ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten oder Konzentrationsschwierigkeiten wird im Rahmen von äußerer Differenzierung in einer Kleingruppe zeitgleich - wenn eben möglich - derselbe Unterrichts-stoff bearbeitet. So erhalten auch diese Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, entspre-chende Lernerfolge zu erzielen. Ihnen eröffnet sich z. B. Gelegenheit, in einem „geschützten Raum“ u. A. Sprechhemmungen zu überwinden oder impulsives Verhalten zu kontrollieren und zu steuern.

Förderstunden

Im Rahmen der die Stundenplan ergänzenden Förderstunden sowie in der OGS findet für die Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf ein mindestens (je nach personeller Ressource) ein- bis zweistündiges Verhaltenstraining in einer Kleingruppe statt. Dieses Training wird von sonderpädagogischen Lehrkräften durchgeführt. Auch die Mitabeiter/innen der OGS führen ein Angebot mit diesem Schwerpunkt im Rahmen ihrer Nachmittagsbetreuung durch. (s. u.)

Dabei wird an folgenden sozial-emotionalen Lernzielen gearbeitet:

   - Differenzierte soziale Wahrnehmung (Eigen- und Fremdwahrnehmung)

   - Erkennen und Äußern von Gefühlen, um Körpersignale sicher zu interpretieren

   - Angemessene Selbstbehauptung

   - Kooperation als Alternative zu unangemessenem Sozialverhalten

   - Einfühlungsvermögen durch Perspektivenwechsel und Antizipation möglicher Konsequenzen.

Arbeitsgemeinschaften

Im Nachmittagsbereich erfolgt sowohl in der Lernzeit als auch durch AGs ein den Bedarfen entsprechendes Angebot. Dieses wird sowohl durch Lehrkräfte als auch durch Mitarbeiter/innen der OGS umgesetzt.

Beispielhaft seien an dieser Stelle genannt (siehe auch Homepage Angebote in der OGS):

Wahrnehmungsförderung“ für Kinder des 1. und 2. Schuljahres dient u.a. der Schulung der Wahrnehmung, sowie der Förderung der Feinmotorik und der Arbeitsausdauer.

In der „Koch-AG“ wird bei der gemeinsamen Essenszubereitung nicht nur die Lesefähigkeit, sondern auch Sozialkompetenz, Zuhören, Verstehen, Kommunikation und gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung gefördert. Diese gilt ebenso für Angebote im Bereich Sport und Spiel.

Beratung

Grundlage für eine gute Entwicklung ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteilig-ten. Bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf finden regelmäßig gemeinsame Gespräche statt, an denen – je nach Erfordernis - die Grundschullehrkraft, die sonderpädagogische Lehrkraft und der/die Sorgeberechtigte(n), ggf. auch das Kind und weitere Fachkräfte teilnehmen. Diese Gespräche haben die Funktion, sich über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes auszutauschen und weitere Unterstützungs-/ Fördermöglichkeiten zu vereinbaren.

 

Letzte Änderung:
November 12. 2017 11:58:04
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